Ein Tag voller Begegnungen, Erinnerungen und Wertschätzung: Tag der offenen Tür im Rathaus Bösel

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher entdecken das sanierte Rathaus, feiern die Geschichte ihrer Gemeinde und erleben ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt. Martin Pille wird für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Ein offenes Rathaus, viele neugierige Gäste, fröhliches Kinderlachen und zahlreiche gute Gespräche: Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 11. Oktober 2026, nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das Rathaus der Gemeinde Bösel von 13 bis 17 Uhr kennenzulernen. Besonders viele Familien waren gekommen, um das Gebäude zu erkunden, am Kinderprogramm teilzunehmen und gemeinsam einen abwechslungsreichen Nachmittag zu verbringen.

Für die jüngsten Gäste gab es ein buntes Programm mit verschiedenen Mitmachangeboten. Beim Kinderquiz warteten attraktive Preise auf die Teilnehmenden. Hinnerk Tholen freute sich über den dritten Preis, eine Jahreskarte für den Thüler Tierpark. Antonia Wagner gewann mit dem zweiten Platz einen Gutschein im Wert von 150 Euro für die Spieloase Kakadu. Der Hauptpreis ging an Amy Sartison: Sie darf sich mit ihrer gesamten Schulklasse auf einen gemeinsamen Kinoabend freuen - im Rathaus!

Auch beim Schätzspiel war ein gutes Augenmaß gefragt. Die Aufgabe bestand darin, die Anzahl der Büroklammern in einem Glas möglichst genau zu erraten. Jürgen Oltmann aus Bösel gewann den ersten Preis, eine Familienjahreskarte für das Hallenbad Bösel im Wert von 120 Euro. Der zweite Preis, ein Gutschein für das Heimathaus Bösel im Wert von 100 Euro, ging an Vitaliy Getz aus Bösel. Über einen HGV-Gutschein im Wert von 80 Euro freute sich Angelika Schütte aus Bösel.

 

„Bösel – Eine Zeitreise in Bildern“: Geschichte für kommende Generationen bewahren

Einen besonderen Höhepunkt bildete die Präsentation des neuen Fotobuches „Bösel – Eine Zeitreise in Bildern“. Anlässlich der 150-jährigen politischen Selbstständigkeit der Gemeinde Bösel haben Bürgermeister Hermann Block und Autor Martin Pille den Bildband vorgestellt. Die große Nachfrage war unmittelbar spürbar: Bereits am „Tag der offenen Tür“ wurden mehr als 125 Exemplare verkauft.

Das Fotobuch ist weit mehr als eine Sammlung historischer Aufnahmen. Es dokumentiert die Entwicklung der Gemeinde, lässt frühere Lebenswelten wieder lebendig werden und zeigt, wie sich das Ortsbild, das gesellschaftliche Leben und das Miteinander über Generationen verändert haben. Die Bilder erzählen von Menschen, Familien, Vereinen, Arbeitswelten und besonderen Ereignissen – und schaffen Verbindungen zwischen der älteren und der jüngeren Generation.

Gerade für die Zukunft ist eine solche Dokumentation von besonderem Wert. Was heute noch selbstverständlich erscheint, kann für kommende Generationen bereits Geschichte sein. Der Bildband bewahrt diese Erinnerungen und macht die Entwicklung Bösels auch künftig nachvollziehbar. Er lädt dazu ein, gemeinsam zurückzublicken, eigene Erinnerungen zu teilen und die Geschichte der eigenen Heimat neu zu entdecken.

Wer sich ein Exemplar sichern möchte, erhält das Fotobuch in Bösel bei EP:Zemke und Foto Pleye sowie bei der Buchhandlung Schepers in Friesoythe und der Buchhandlung Terwelp in Cloppenburg. Das Fotobuch ist auch direkt bei der Gemeinde Bösel erhältlich.

 

Ein starkes Miteinander

Dass ein solcher Tag gelingt, ist dem Einsatz vieler Beteiligter zu verdanken. Die Freiwillige Feuerwehr Bösel begeisterte mit einer Fahrzeugausstellung und Rundfahrten. Das Deutsche Rote Kreuz präsentierte ebenfalls seine Fahrzeuge. Der Bauhof unterstützte die Veranstaltung tatkräftig. Für die Getränkeversorgung sorgte die Ü32-Mannschaft des SV Bösel. Die DJK-Volkstanzgruppe bewirtete die Gäste im Begegnungszentrum mit Kaffee und Kuchen. Die Gemeinde Bösel bedankt sich herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, Vereinen und Organisationen, die den Tag mit ihrem Engagement bereichert und ermöglicht haben.

 

Ein besonderer Tag – auch für Bürgermeister Hermann Block

Der Tag der offenen Tür war zugleich ein besonderer Moment für Bürgermeister Hermann Block. Mit dem neuen Rathausanbau und der Sanierung des bestehenden Gebäudes kann er seinem Nachfolger Christoph Burtz ein modernisiertes Rathaus übergeben, das für die künftigen Aufgaben der Verwaltung gut aufgestellt ist.

Die vielen persönlichen Begegnungen, Gespräche und freundlichen Rückmeldungen verliehen dem Tag auch eine besondere emotionale Note. So wurde die Veranstaltung neben der Präsentation des Rathauses und der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements zu einer kleinen Gelegenheit, auf die Amtszeit des scheidenden Bürgermeisters zurückzublicken.

Der Tag der offenen Tür hat einmal mehr gezeigt, was eine Gemeinde ausmacht: Menschen, die sich engagieren, Vereine, die Gemeinschaft schaffen, und eine gemeinsame Geschichte, die verbindet. Die Gemeinde Bösel blickt dankbar auf einen gelungenen Nachmittag zurück, der Jung und Alt zusammengebracht und die Verbundenheit mit der eigenen Heimat spürbar gemacht hat.

 

Ehrentrophäe für Martin Pille: Über vier Jahrzehnte im Dienst der Heimatgeschichte

Ein besonders bewegender Moment war die überraschende Ehrung von Martin Pille. Bürgermeister Hermann Block zeichnete den langjährigen Autor und Heimatforscher mit der Ehrentrophäe der Gemeinde Bösel für sein außergewöhnliches ehrenamtliches kulturelles und gesellschaftliches Wirken aus. Der Antrag war vom „Spräkrohr“, dem Mitteilungsblatt des Heimatvereins Bösel, eingereicht worden.

Seit April 1984 gehört Martin Pille zum ehrenamtlichen Autorenteam des „Spräkrohrs“. Seit 2006 ist er dessen „Chefredakteur“ und prägt damit seit mehr als zwei Jahrzehnten die redaktionelle Arbeit des regelmäßig erscheinenden Mitteilungsblattes. Mit seiner Arbeit trägt er dazu bei, das Vereinsleben, die Menschen und die Geschichte Bösels dauerhaft zu dokumentieren.

Sein Engagement reicht weit darüber hinaus: Als Heimatforscher und Autor verfasste er das Böseler Dorfbuch im Auftrag des Heimatvereins und das Fotobuch der Gemeinde. Als freier Mitarbeiter der Münsterländischen Tageszeitung und der Nordwest-Zeitung berichtet er seit Jahrzehnten über das Geschehen in der Region und unterstützt Vereine und Verbände bei der Dokumentation ihrer Arbeit. Darüber hinaus engagierte er sich viele Jahre in der Tschernobyl-Hilfe und wirkt seit 2022 bei der Ukraine-Hilfe Bösel mit.

Seit 2012 organisiert er das Böseler Benefiz-Essen, das als Martin-Gans-Essen bekannt ist und dessen Erlöse Böseler Vereinen und Gruppen zugutekommen. Auch in der Vereinigung Borlsa für niederdeutsche Sprache und Kultur ist er seit vielen Jahren als Beisitzer aktiv. Zudem leitete er 25 Jahre lang Männerkochkurse.

In seiner Würdigung betonte Bürgermeister Hermann Block, dass Martin Pille nicht nur Vergangenheit und Gegenwart auf Papier festhalte, sondern durch sein gesellschaftliches Engagement selbst Geschichte mitschreibe. Seine Arbeit bewahre Wissen, stärke das kulturelle Leben und trage dazu bei, dass die Identität der Gemeinde auch für kommende Generationen erhalten bleibe. Die Ehrung wurde von Applaus der Familie, von Weggefährten und Ratsmitgliedern begleitet. Für seine Ehefrau Monika gab es Blumen, musste sie doch des Öfteren auf ihn verzichten. Martin Pille zeigte sich sichtlich überrascht und erfreut über die Auszeichnung.